01.04.2025 Zdravka Ley
ShareStellen Sie sich den innerbetrieblichen Materialfluss wie den Straßenverkehr vor: Während der Gabelstapler flexibel, wie ein Auto agiert und Material auf Abruf transportiert, übernimmt der Routenzug die Rolle eines Linienbusses – zuverlässig, geplant und mit deutlich mehr Kapazität pro Fahrt.
Routenzüge bündeln mehrere Transportaufträge zu einer Fahrt und reduzieren so nicht nur den innerbetrieblichen Verkehr, sondern auch CO₂-Emissionen und Energieverbrauch. In Zeiten, in denen Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung immer stärker in den Fokus rücken, wird der Einsatz von Routenzügen zur strategischen Entscheidung für eine zukunftsfähige Logistik.
Was ist ein Routenzug?
Ein Routenzug ist ein Transportmittel für den innerbetrieblichen Materialfluss. Er besteht aus einem Zugfahrzeug mit einem oder mehreren Anhängern und befördert mehrere Ladungsträger gleichzeitig auf einer festgelegten Route durch das Werk – im Gegensatz zum Gabelstapler, der meist einzelne Transportaufträge flexibel abwickelt.
Routenzüge sind besonders für den horizontalen Materialtransport zwischen Lager, Wareneingang und Produktion geeignet. Ihre Stärke liegt in der regelmäßigen, planbaren Versorgung von Produktionslinien oder Montagestationen – ganz im Sinne des Milkrun-Prinzips: eine Beladestelle, mehrere Entladestellen, aber nur eine einzige, effiziente Fahrt.
Routenzüge auf dem Vormarsch: Vorteile für Logistik, Produktion und Umwelt
Der Einsatz von Routenzügen nimmt stetig zu – und das aus gutem Grund. Immer mehr Unternehmen setzen auf die planbaren Transporteinheiten, um ihre Intralogistik effizienter, transparenter und nachhaltiger zu gestalten. In vielen Fällen ist der Routenzug heute schon das Rückgrat einer standardisierten Linienversorgung – und ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur staplerarmen oder sogar staplerfreien Fabrik. Doch worin liegen die konkreten Vorteile?
Hier die wichtigsten Vorteile auf einen Blick:
- Effizienz rauf, Kosten runter
Durch die Bündelung mehrerer Transportaufträge zu einer Fahrt lassen sich Kapazitäten besser nutzen, Leerfahrten werden reduziert oder vermieden. Auch der Koordinations- und Fahreraufwand sinkt deutlich. - Weniger Verkehr, mehr Sicherheit
Weniger Fahrzeuge auf dem Werksgelände bedeuten weniger Störungen, geringeres Unfallrisiko und reibungslosere Abläufe – ein echter Gewinn für Produktion und Arbeitssicherheit. - Weniger Emissionen, mehr Verantwortung
Weniger Fahrten, weniger Energieverbrauch, weniger Emissionen: Routenzüge tragen aktiv zur Verbesserung der Umweltbilanz bei – besonders in Kombination mit elektrischen Zugmaschinen. - Reibungsloser Nachschub statt Engpass-Alarm
Feste Taktungen, definierte Routen und standardisierte Prozesse sorgen für planbare Anlieferungen und stabile Abläufe. Engpässe und Versorgungsunterbrechungen lassen sich gezielt vermeiden. - Leichte Skalierbarkeit
Routenzüge lassen sich flexibel anpassen – egal ob einfache Linienversorgung oder komplexe Milkrun-Konzepte. Taktfrequenz, Routen und Ressourcen sind bedarfsgerecht konfigurierbar. - Schnellere Materialverfügbarkeit
Durch optimierte Routen und gezielte Taktung verkürzen sich Transportzeiten – Materialien kommen schneller dort an, wo sie gebraucht werden.
Routenzüge mit Köpfchen: Warum eine Optimierung entscheidend ist
So überzeugend Routenzüge auch sind – in der Praxis zeigen sich verschiedene Herausforderungen, die ohne gezielte Steuerung schnell zum Effizienzhemmer werden können. Zum einen sind Routenzüge meist auf festgelegte Strecken angewiesen. Spontane Änderungen im Ablauf lassen sich nur schwer integrieren, insbesondere wenn mehrere Stationen pro Fahrt miteinander verknüpft sind und Verzögerungen an einem Punkt den gesamten Zyklus aus dem Takt bringen. Hinzu kommen systembedingte Einschränkungen: Herkömmliche Routenzüge sind nur für horizontale Bewegungen ausgelegt, Rückwärtsfahrten oder das Befahren von Steigungen sind nur eingeschränkt möglich.
Auch organisatorisch wird es schnell komplex: Welche Aufträge lassen sich sinnvoll kombinieren? Wie kann die Be- und Entladereihenfolge optimiert werden – insbesondere bei Routenzügen, die nur einseitig be- und entladen werden können? In vielen Unternehmen erfolgt die Tourenplanung noch manuell oder mithilfe von Excel – ein zeitaufwändiger und fehleranfälliger Prozess, der kaum skaliert. Kommen dann noch ungeplante Änderungen, dringende Einzelaufträge oder verspätete Bereitstellungen hinzu, geraten feste Fahrzyklen schnell ins Wanken. In der Folge bleiben Kapazitäten ungenutzt, Fahrwege verlängern sich unnötig, und es kommt zu häufigen Gassenwechseln im Lager oder der Produktion.
Ohne intelligente Steuerung lässt sich das volle Potenzial von Routenzügen kaum ausschöpfen. Genau hier setzt das Transportleitsystem SYNCROTESS an.
Intelligente Routenzugoptimierung mit SYNCROTESS
Moderne Intralogistik verlangt nach mehr als nur festen Fahrplänen. Besonders in dynamischen Produktionsumgebungen ist eine intelligente, softwaregestützte Routenzugplanung der Schlüssel zur Effizienz. Das Transportleitsystem SYNCROTESS plant und steuert Routenzüge dynamisch, bedarfsorientiert und wegeoptimiert – statt starrer Fahrpläne entstehen intelligente Entscheidungen in Echtzeit.
Im Routenzugeinsatz zeigt sich besonders deutlich, wie SYNCROTESS Planung, Steuerung und Effizienz nahtlos verbindet:
- Tourenbündelung & Gassenoptimierung
Transportaufträge werden automatisch zu sinnvollen Touren kombiniert – unter Berücksichtigung von Lade- und Entladeseiten, Gassenverläufen, Positionen und Prioritäten. Das Ziel: möglichst wenige Gassen durchfahren, kürzeste Wege nutzen, Ressourcen optimal auslasten. - Automatische Slot- und Routenvergabe
Die Software berechnet nicht nur die optimale Reihenfolge der Entladestellen, sondern auch, welcher Auftrag in welchen Slot des Routenzugs gehört – passend zur Route und zur Be-/Entladelogik. - Flexibel für jeden Anwendungsfall
Ob Beladung durch Stapler oder Selbstbeladung durch Fahrer – SYNCROTESS passt sich an reale Prozesse an und bildet auch individuelle Routenzugkonzepte ab. - Mehr Transparenz, weniger Aufwand
Manuelle Planung, Excel-Listen und Bauchgefühl gehören der Vergangenheit an. Die operative Steuerung erfolgt nachvollziehbar, skalierbar und effizient – integriert in den Gesamtablauf der Werkslogistik.
Darüber hinaus ist SYNCROTESS so flexibel wie die Logistik selbst. Die Software kann ausschließlich für Routenzüge eingesetzt werden oder als Teil eines umfassenden Systems, das auch Stapler, AGVs und weitere Ressourcen intelligent koordiniert. Als Spezialist für hybride Flotten sorgt SYNCROTESS für das perfekte Zusammenspiel zwischen bemannten Fahrzeugen und automatisierten Systemen.
Fazit: Routenzüge neu denken
Routenzüge sind heute weit mehr als ein alternatives Transportmittel zum Gabelstapler. Sie sind ein zentrales Element moderner Werkslogistik – überall dort, wo Effizienz, Planbarkeit und Nachhaltigkeit gefragt sind.
Damit Routenzüge ihr volles Potenzial entfalten können, braucht es mehr als gute Hardware: Es braucht ein intelligentes Zusammenspiel aus Planung, Steuerung und Transparenz. Genau hier setzt SYNCROTESS an – mit einer Lösung, die Routenzüge nicht nur steuert, sondern gezielt in bestehende Prozesse integriert und kontinuierlich optimiert.
Wer den Materialfluss zukunftsfähig gestalten will, denkt Routenzüge nicht mehr im Kreis – sondern als strategische Achse einer smarten, digitalen Intralogistik.
ÜBER UNSERE EXPERT:INNEN

Zdravka Ley
Marketing Manager
Zdravka Ley arbeitet seit 2002 als Marketing Manager bei INFORM und beschäftigt sich mit Themen rund um die Optimierung und Nachhaltigkeit der Lieferlogistik und der innerbetrieblichen Transportlogistik.